Bio-Eier sind in NRW gefragt
Eier sind aktuell knapp und besonders die beliebten Bio-Eier sind Mangelware.
Die Nachfrage ist weit höher als das Angebot. Die Preise für Eier waren noch nie so hoch. Und das ist genau richtig so: Schließlich gehört das Ei zu den hochwertigsten und immer noch günstigen Eiweißquellen in der Ernährung.
Die Gründe für die hohe Nachfrage und das knappe Angebot sind vielfältig. Der Verbrauch von Eiern hat in zwei Jahren hintereinander um fast zehn Eier zugenommen auf einen Pro-Kopf-Verbrauch von 254 Eiern im Jahr 2025. Ein weiterer Grund ist, dass weniger Eier aus dem Ausland, vor allem aus Polen und den Niederlanden, nach Deutschland kommen. Deutschland hat einen Selbstversorgungsgrad bei Eiern von 72 %. In Polen gab es 2025 wieder massive Ausbrüche der Vogelpest und in den Niederlanden sind viele Hühnerhalter aufgrund der Stilllegungsprogramme des Staates aus der Produktion ausgestiegen.
Besonders im bevölkerungsstarken Bundesland NRW fragen die Kunden regional und Bio sehr gerne nach. Doch die Ware ist schlichtweg nicht da. In NRW legen 4,9 Mio. Legehennen etwa 1,46 Mrd. Eier. Zur Einordnung: Bundesweit gibt es weit über 51,4 Mio. Legehennen, davon 11,3 Mio. Hühner auf Freilandbetrieben und etwa 6,6 Mio. Biolegehennen. Der geringe Selbstversorgungsgrad um die 30 % in NRW zeigt den hohen Bedarf aus anderen Bundesländern.
Grafik "Haltungsformen für Legehennen in Deutschland"
Ein weiterer Grund, warum Bio-Eier so gut nachgefragt werden, ist die Bereitschaft vieler Verbraucher, für Tierwohl, Regionalität und Transparenz mehr Geld zu bezahlen. Trotz Inflation und Wirtschaftskrise waren Bioprodukte die Topseller in allen Lebensmittelläden.
Axel Hilckmann, Landwirtschaftskammer NRW
Geflügel: Biogeflügelfleisch ist gefragt
Ähnlich wie bei den Eiern werden Landwirte gesucht, die in die Biogeflügelerzeugung einsteigen wollen. Der Absatz von Biogeflügel alleine im LEH hat im vergangenen Jahr um 16,7 % zugenommen. Das ist ein Umsatzplus von 15 %. Weil es nicht genügend Landwirte gibt, die umstellen wollen, wird ein großer Teil dieses Biogeflügelfleischs in Österreich erzeugt. Auch andere Produkte, wie Biorind- und Schweinefleisch, kommen leider zu einem Drittel aus Nachbarländern wie Spanien oder Belgien. Der Anteil beim Verbrauch von Biogeflügelfleisch am Gesamtverbrauch Geflügelfleisch ist mit 1,7 % immer noch gering, aber auch hier übersteigt die Nachfrage das Angebot.
Milch: Aufzahlungspreise unverändert
Am Markt für ökologisch erzeugte Milch hat sich die Situation leicht beruhigt. Nach den Rückgängen der vergangenen Monate hielten sich die Preise im Februar größtenteils stabil. Lediglich eine der in NRW relevanten Molkereien reduzierte ihren Auszahlungspreis um 2 Cent/kg. Allerdings zahlte diese Molkerei im Vormonat einen unveränderten Preis aus, während andere Molkereien ihren Auszahlungspreis im Januar reduzierten. Eine Molkerei erhöhte im Februar trotz hoher Anlieferungsmengen sogar ihren Auszahlungspreis um 0,50 Cent/kg. Die Differenz zu konventionell erzeugter Milch hat sich zuletzt weiter erhöht.
Übersicht: Biomilchpreisvergleich Februar 2026
Rinder: Preise bleiben auf hohem Niveau
Am Biorindfleischmarkt haben sich die Preise auf dem erreichten Niveau stabilisiert. Die hohen Preise am konventionellen Markt stützen dabei den Biomarkt. Allerdings sorgt das stabil hohe Preisniveau für weiter nachlassendes Kaufinteresse der Verbraucher an Biorindfleisch. Einige Marktteilnehmer rechnen daher damit, dass sich die Preise bei einem weiter nachlassenden Kaufinteresse nach Ostern rückläufig entwickeln werden. Andere Marktteilnehmer rechnen aufgrund des knappen Angebots mit einer weiter stabilen Marktlage am Biorindfleischmarkt. Umstellungen finden aufgrund des anhaltend hohen Preisniveaus am konventionellen Markt aktuell kaum statt.
Schweine: Nach wie vor beherrschen Übermengen den Markt
Die Übermengen am Bioschweinemarkt setzen sich auch im Frühling fort. Nicht nur die hohen deutschen Bestände, sondern auch verstärkte Importe aus Dänemark und Spanien belasten nach wie vor den Markt. Dadurch haben einige Unternehmen den Preis je kg um 10 Cent zurückgenommen, wobei dies nicht für alle Marktpartner gilt. Gerade in langjährigen und stabilen Geschäftsbeziehungen fallen Preisanpassungen geringer aus oder bleiben ganz aus, was einmal mehr zeigt, dass Marktbeständigkeit und verlässliche Partnerschaften schwierige Phasen abfedern können. Marktteilnehmer hoffen, dass eine belebte Nachfrage zur Grillsaison sowie ein Abbau der Übermengen den Markt wieder stabilisieren.
Getreide: Biogetreidepreise gestiegen
Am Markt für Biogetreide haben sich die Preise für Brot- und Futtergetreide überwiegend fest bis freundlich entwickelt, auch wenn sie aufgrund der besseren Ernte im Vergleich zum Vorjahresmonat auf einem etwas niedrigeren Niveau liegen. Ökobetriebe profitierten von einer regeren Nachfrage nach Bioprodukten bei zugleich stockendem Wachstum der heimischen Ökofläche. Dies spiegelt sich auch in gestiegenen Importmengen für Ökogetreide wider, vor allem aus Osteuropa. Wie sich die derzeitige Energiekrise auf die Preise am Ökogetreidemarkt und die Verbrauchernachfrage auswirken, lässt sich noch nicht abschließend sagen.
Kartoffeln: Wenig Neues am Biokartoffelmarkt
Die Nachfrage nach Biokartoffeln bleibt verhalten. Begründet wird dies vielfach auch mit dem in dieser Saison deutlichen Preisabstand zwischen Bio- und konventionellen Kartoffeln. Wie im konventionellen Anbau, wird aber auch bei den Biokartoffeln eine Belebung der Nachfrage durch das Ostergeschäft erwartet. Das Angebot an Biokartoffeln bleibt umfangreich. Vor dem Hintergrund der meist guten Erträge der Ernte 2025 und der verhaltenen Nachfrage zeichnet sich ab, dass der Fokus in der Vermarktung auch in den kommenden Wochen auf deutschen Biokartoffeln liegen wird - trotz zunehmender Qualitätsthematik im Lager.
Die längere Saison deutscher Biokartoffeln wird absehbar den Absatz der Biofrühkartoffelimporte beeinflussen. Die Erzeugerpreise für Biokartoffeln verharren seit Mitte Oktober unverändert auf einem Niveau von 37 bis 40 €/dt (netto, lose franko Packbetrieb). Bisher konnten keine Lageraufschläge umgesetzt werden. Die Preise liegen damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 76,00 €/dt. Wie im konventionellen Anbau, schreiten die Auspflanzungen der Biofrühkartoffeln bei passender Witterung in den deutschen Anbaugebieten kontinuierlich voran.
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen Fachbereich 54 – Markt, Qualitätsmanagement