LIBUMAS - das steht für Einfluss von Lichtgesteuerter Buchtenstrukturierung zur Untersuchung von Schwanzbeißen bei Mastschweinen in den Haltungsstufen 2 und 3.
Das Projekt „Lichtgesteuerte Buchtenstrukturierung zur Untersuchung von Schwanzbeißen bei Mastschweinen“ wird von dem Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und durch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Die Projektlaufzeit: startete am 1. Dezember 2025 und endet am 31. Dezember 2028. Aktuell läuft der erste Vorversuch für das Projekt, indem die Versuchsdurchführung vorbereitet und erste Abläufe getestet werden.
Projektziele
Ziel des Projekts ist es den Einfluss von lichtgesteuerter Buchtenstrukturierung auf das Auftreten von Schwanzbeißen bei Mastschweinen in den Haltungsformen 2 und 3 zu untersuchen. Für dieses Vorhaben sollen im Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft (VBZL) Haus Düsse sowohl Verhaltensparameter wie die Nutzung der Funktionsbereiche und die Aufenthaltsdauer als auch Tierwohlindikatoren wie Schwanzverletzungen und die Sauberkeit der Tiere systematisch erfasst und ausgewertet werden.
Schwanzbeißen ist in der Praxis eine weit verbreitete Verhaltensstörung, deren Ursache multifaktoriell ist und die sowohl tierschutzrelevante als auch wirtschaftliche Konsequenzen nach sich zieht. Ein Ansatz zur Prävention von Schwanzbeißen ist die gezielte Strukturierung der Bucht in verschiedene Funktionsbereiche. Dabei wurde bislang die gezielte Lichtgestaltung in der Praxis wenig beachtet, obwohl Licht nachweislich das Aktivitätsniveau, die soziale Interaktion und das Ruheverhalten von Schweinen beeinflussen kann. Zur Untersuchung dieses Ansatzes werden Leuchten speziell für den Versuch angefertigt und mit einer Steuerung verbunden. Für den Versuch werden im Stallsystem 1 des Stalls der Zukunft auf der Südseite (Haltungsform 3) vier Buchten (jeweils zwei Buchten für den Versuch und die Kontrolle) und im Stall Süßholz (Haltungsform 2) zwei Abteile mit jeweils zwei Buchten (2x Versuch, 2x Kontrolle) ausgestattet.
In der Praxisphase werden unkupierte Tiere täglich von einem Versuchstechniker auf mögliche Schwanzverletzungen kontrolliert. Zudem erfolgen Bonituren hinsichtlich des Auftretens von Schwanzverletzungen gemäß dem Deutschen Schweine Boniturschlüssel (DSBS). Zusätzlich wird mithilfe des Kamerasystems von VetVise untersucht, ob sich das Verhalten der Tiere in den lichtgesteuerten Buchten von dem in den konventionellen Buchten unterscheidet und ob sich Verhaltensweisen identifizieren lassen, die zu einem Schwanzbeißausbruch geführt haben. Ergänzend werden biologische Daten aus dem DÜSIS-System ausgewertet. Ziel ist es, bestehende Wissenslücken zu schließen und neue Erkenntnisse für die Mastschweinehaltung in Haltungsstufe 2 und 3 zu gewinnen.
Lina Mämecke, Landwirtschaftskammer NRW